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Dr. med. Susanne Helling
Dr. med. Angela Imhof
Ärztinnen für
Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Breite Straße 31
55124 Mainz-Gonsenheim

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Juli 2018 | Rauchen führt zu vorzeitiger Menopause

Rauchen wirkt sich negativ auf die Funktionen der Eierstöcke gebärfähiger Frauen aus und steht in eindeutigem Zusammenhang mit einer vorzeitigen Menopause (Zeitpunkt der letzten Regelblutung und Ende der Fruchtbarkeit). Anders gesagt: Rauchen ist eine wesentliche Ursache für vorzeitige Menopause (vorzeitig = vor dem 45. Lebensjahr). Es ist aber nicht damit getan, dass eine Frau von nun an keine Kinder mehr bekommen kann. Denn eine vorzeitige Menopause geht darüber hinaus mit einem erhöhten Risiko für Osteoporose (Knochenschwund), Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie einer Abnahme der geistigen Fähigkeiten einher. „Starker Tobak!“ – kommt einem in den Sinn, im Bild bleibend.

 

Dass der Missbrauch von Nikotin und zahlreichen weiteren Rauchinhaltsstoffen für eine Vielzahl medizinischer Schwierigkeiten verantwortlich ist, war und ist bekannt. Eine US-amerikanische Längsschnittstudie belegte nun auf der Grundlage einer großen Fallzahl (116.429 Frauen) und einem langen Beobachtungszeitraum (1989 bis 2011), dass das Risiko einer vorzeitigen Menopause sehr eng mit der Anzahl der Packungsjahre zusammenhängt. (Packungsjahre ergeben sich aus der Zahl der täglich konsumierten Zigarettenpackungen [Inhalt 20 Stück], multipliziert mit der Zahl der Raucherinnenjahre.) Das heißt, je mehr Zigaretten von gebärfähigen Frauen geraucht werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Menopause der Raucherinnen vorzeitig eintritt.

 

Eindeutige Zahlen

Die Zahlen dazu sind eindeutig: Die Forscher ermittelten für aktive Raucherinnen im Vergleich zu Nichtraucherinnen ein Risikoverhältnis (Hazard Ratio) für vorzeitige Menopause von 1,90; bei ehemaligen Raucherinnen betrug das Risikoverhältnis immer noch 1,10. Die aktiven Raucherinnen in Detail betrachtet: 1115 und 16–20 Packungsjahre ergaben ein Risikoverhältnis von 1,72; und mehr als 20 Packungsjahre ein Risikoverhältnis von 2,42. Schlussfolgerung: Das Risiko für eine vorzeitige Menopause durch Nikotinmissbrauch ist dosisabhängig. Das bestätigt auch der Umstand, dass Frauen, die nie mehr als 10 Zigaretten pro Tag geraucht und bis zum 25.Lebensjahr mit dem Rauchen aufgehört hatten, sich im Risikoverhältnis nicht von den Nichtraucherinnen unterschieden.

 

Das bedeutet: Frauen, die ohnehin nicht viel rauchen und sich bis zum 25. Lebensjahr dafür entscheiden, den Tabak und jegliches Rauchen ganz bleiben zu lassen, können die (hormonellen) Funktionen ihrer Eierstöcke erhalten und das Risiko einer vorzeitigen Menopause vollständig zurückfahren. Wem das noch nicht genug Gründe sind, gar nicht zu rauchen oder mit dem Rauchen rechtzeitig wieder aufzuhören, dem seien die Ergebnisse einer Studie aus dem Jahr 2015 ans Herz gelegt, in der schwedische Wissenschaftler zum ersten Mal den Zusammenhang untersuchten zwischen den Wirkungen des Rauchens, dem Alter bei Eintritt der Wechseljahre und der Gesamtsterblichkeit. Ergebnis vorab: Nichtraucherinnen kommen im Durchschnitt später in die Wechseljahre als Raucherinnen und zeichnen sich durch eine höhere Lebenserwartung aus.

 

Länger leben

Gut 25.500 Frauen im Alter zwischen 48 und 83 Jahren erfassten das Alter, in dem sie in die Wechseljahre gekommen waren, und ihren Nikotinkonsum auf einem Fragebogen. Bezogen auf alle Teilnehmerinnen lebten Frauen, die mit 60 Jahren in die Menopause kamen, im Mittel 1,3 Jahre länger als Frauen, bei denen die Menopause mit 40 eintrat. Im Vergleich zu aktuellen Raucherinnen starben ehemalige Raucherinnen und Nichtraucherinnen im Mittel 2,5 und 3,6 Jahre später. Die Analyse der aktuellen Raucherinnen allein ergab, dass Frauen mit einer Menopause von 40 Jahren im Mittel 2,6 Jahre früher starben als Frauen, die erst mit 60 Jahren in die Wechseljahre kamen.

 

Die Autoren der Studie schließen aus ihren Ergebnissen, dass für die Prognose der Sterblichkeit nicht nur das Alter beim Eintritt der Menopause und das Rauchen maßgeblich sind, sondern Rauchen darüber hinaus die negativen Wirkungen des Östrogenmangels bei Frauen verstärkt, die in jüngeren Jahren in die Wechseljahre kommen. Es gibt durch Rauchen sozusagen einen Teufelskreis aus Provokation vorzeitiger Menopause und dem Verstärken deren negativer Effekte.

 

Positiv betrachtet liefert die Untersuchung plausible Hinweise, dass Frauen aktiv daran arbeiten können, die Wechseljahre durch beispielsweise Aufhören oder Nicht-Anfangen mit dem Rauchen hinauszuzögern und damit auch ihre Lebenserwartung zu steigern.

Mai 2018 | Dicke Mütter, dicke Babys, dicke Kinder

Übergewicht trifft nicht nur Erwachsene. Vielmehr ist in Deutschland schon jedes siebte Kind zu dick, sechs Prozent aller Kinder sind krankhaft übergewichtig. Wobei: Wenn die Mutter zu Beginn der Schwangerschaft zu viel wiegt, verdoppelt sich das Risiko des Kindes, im Erwachsenenalter fett zu werden. „Die Ernährung in der Schwangerschaft und im Säuglingsalter hat wichtige kurz- und langfristige Wirkungen auf die Gesundheit des Kindes“, stellt Prof. Dr. Bernhard Koletzko von der Ludwig-Maximilians-Universität München fest. „Zahlreiche Studien belegen Langzeiteffekte auf Struktur und Funktion des Organismus und auf Gesundheit und Krankheitsrisiken bis ins hohe Alter.“

 

Das liegt zum einen an der Regulation von Körperfunktionen durch Hormone. Eine eiweißreiche Ernährung beispielsweise führt bei Säuglingen zu einer größeren Ausschüttung des Wachstumshormons Insulin. Und Insulin ist auch während der Schwangerschaft ein wichtiger Faktor: Starkes Übergewicht der Mutter provoziert beim ungeborenen Kind erhöhte Blutzucker- und Insulinwerte, was wiederum das Wachstum und vor allem den Aufbau von Fettgewebe fördert – beides Risikofaktoren für spätere Adipositas (Fettleibigkeit). Außerdem steigt bei eiweißreicher Ernährung die Menge bestimmter Aminosäuren sehr stark an und es gibt Hinweise darauf, dass auch sie zu vermehrter Gewichtszunahme führen.

 

Die wichtigen ersten 1000 Tage eines Kindes beginnen schon vor der Schwangerschaft

Die Forschergruppe um Professor Koletzko hat sich im Rahmen des EU-Projekts „Early Nutrition“ mit der langfristigen Wirkung der Ernährung in den ersten 1000 Tagen eines Kindes befasst. Dazu zählen 270 Tage Schwangerschaft und je 365 Tage im ersten und zweiten Lebensjahr, in denen sich das Kind schnell entwickelt und die Wachstumsgeschwindigkeit hoch ist. „Ich denke aber, wir müssen diese 1000 Tage auf die Zeit vor der Schwangerschaft erweitern, weil wir mehr und mehr sehen, dass Stoffwechselfaktoren und damit die Ernährung vor der Schwangerschaft eine große Rolle spielen“, erläutert Koletzko.

 

Frauen sollten vor der Schwangerschaft versuchen, ihr Gewicht dem Normalgewicht anzunähern oder ihr Normalgewicht zu halten und sich bereits in dieser Zeit ausgewogen ernähren, also mit reichlich Gemüse, Fisch und einer Ergänzung, die Folsäure enthält, wobei der Erfolg der Gewichtsabnahme durchaus mit der besseren Ernährung zusammenhängen kann. Frauen die keinen Fisch essen, können ergänzend die Omega-3-Fettsäure DHA einnehmen. Der Bedarf an kritischen Nährstoffen steigt in der Schwangerschaft viel stärker an als der an Energie. Am Ende einer Schwangerschaft braucht die Schwangere im Schnitt nur zehn Prozent mehr Energie als vor der Schwangerschaft. Sie muss also nicht für zwei essen, sollte aber für zwei denken.

 

Frühe Faktoren bestimmen das Risiko für Übergewicht

Schon in den 70er Jahren vermuteten Wissenschaftler eine frühe Programmierung der langfristigen menschlichen Gesundheit während der Schwangerschaft. Mittlerweile liegen viele aussagekräftige Daten vor, die belegen, dass im Mutterleib und besonders in den beiden ersten Jahren nach der Geburt frühe Stoffwechsel- und Ernährungsfaktoren den Boden dafür bereiten, wie hoch das Risiko der Kinder für Fettleibigkeit und Diabetes ist. Für Schwangere ist es im Sinne der Gesundheit ihres Nachwuchses neben einem angemessenen Lebensstil und harmonischem Essen mit hoher Nährstoffdichte wichtig, eine normale körperliche Aktivität beizubehalten.

 

Nach der Geburt vermindert Stillen im Vergleich zu konventioneller Flaschenernährung das langfristige Risiko für Übergewicht im Kindes- und Erwachsenenalter um zehn bis zwanzig Prozent. Das liegt, wie Studien belegen, offenbar am niedrigeren Eiweißgehalt der Muttermilch. Stillen ist und bleibt also die für Säuglingsernährung beste Wahl. Säuglinge, die nicht oder nicht voll gestillt werden, sind mit Säuglingsanfangs- und Folgenahrungen mit niedrigem Eiweißgehalt, aber guter Eiweißqualität bestmöglich versorgt. Trinkmilch (handelsübliche Kuhmilch) ist im ersten Lebensjahr nicht zu empfehlen.

März 2018 | Die E-Zigarette ist für Schwangere keine Alternative

E-Zigaretten gelten als weniger schädlich als Tabakzigaretten. Manche leiten daraus die Idee ab, dass Schwangere damit nicht auf das Rauchen verzichten müssten. Dem widerspricht nicht nur der gesunde Menschenverstand, sondern auch eine Studie der University of Technology Sydney, die im vergangenen September von Dr. Parwan Sharma, einem der Autoren, auf dem Kongress der European Respiratory Society (ERS) vorgestellt wurde. Ihr Ergebnis: Frauen, die E-Zigaretten rauchen – oder „dampfen“ – erhöhen damit das Risiko für ein allergisches Asthma und das Ausmaß asthmatischer Beschwerden bei ihren Kindern.

 

Die Forscher vermuten, dass das in den E-Zigaretten enthaltene Nikotin wie bei Zigaretten zu epigenetischen Veränderungen bestimmter Genregionen führt, die sowohl bei dampfenden Müttern als auch im Nabelschnurblut der Neugeborenen nachweisbar sind und Kinder unter anderem anfälliger für allergisches Asthma machen. Sharma und Kollegen hatten weibliche Mäuse zunächst vor der Paarung entweder dem Dampf von E-Zigaretten (mit oder ohne Nikotin) oder normaler Raumluft ausgesetzt und dies während Trächtigkeit, Geburt und Säugen der Nachkommen fortgeführt. Dann setzten sie die Jungtiere einem Allergen aus, bis sie Asthma entwickelten.

 

Dampfen ist auch ohne Nikotin schädlich

Zudem untersuchten die Wissenschaftler im Labor die Wirkung verschiedener Konzentrationen von Liquids für E-Zigaretten auf menschliche Zellen und auf die Funktionsfähigkeit der Mitochondrien. „Unsere Studie ergab, dass es das Risiko für allergisches Asthma und dessen Schweregrad bei der Nachkommenschaft erhöhte, wenn die Muttertiere Dampf aus E-Zigaretten ausgesetzt waren“, erklärt Sharma. „Wir haben außerdem festgestellt, dass die negativen Effekte des Dampfens („Vaping“) zum Teil durch eine Beeinträchtigung der Mitochondrienfunktion verursacht wurden, die wiederum die Zellatmung beeinflusst, und zudem unabhängig von Nikotin waren. Das bedeutet, dass Vaping, selbst in Abwesenheit von Nikotin, einen negativen Einfluss auf die Zellfunktion hat.“

 

„Es ist bekannt, dass es der Lungengesundheit schadet und das Risiko und das Ausmaß allergischer Atemwegserkrankungen von Kindern erhöht, wenn Mütter Tabak rauchen“, ergänzt Sharma. „Das Vaping von E-Zigaretten ist ein vergleichsweise neues Phänomen, doch es wird immer deutlicher, dass der Konsum solcher Produkte weltweit rapide zunimmt. Es gibt die Auffassung, dass Vaping im Vergleich zum Rauchen von Zigaretten eine sicherere Alternative sei, und es wird immer mehr als Hilfe zum Zigarettenverzicht während einer Schwangerschaft angesehen. Es mangelt jedoch an Untersuchungen zur Sicherheit des Vapings unter Müttern in Bezug auf die Nachkommen. Dies ist insbesondere im Hinblick auf eine nachfolgende Entwicklung allergischer Atemwegserkrankungen der Fall. Unsere Studie zeigt, dass ein Vaping der Mutter mit einer beeinträchtigten Lungenfunktion und einem erhöhten Asthmarisiko bei den Nachkommen assoziiert ist.“

 

Selbst Passivrauchen vermeiden

Da es bei Vaping-Produkten nicht zu einer herkömmlichen Verbrennung komme, produzierten diese in geringerem Maße toxische Bestandteile, stellt Sharma fest. Dennoch werde immer deutlicher, dass auch beim Vaping Substanzen freigesetzt würden, die schädlich sind. Auch bestehe durch Aromastoffe und zusätzliches Nikotin ein nicht unerhebliches Suchpotenzial. E-Zigaretten und Liquide enthalten Chemikalien und Giftstoffe, die beim Verdampfen in die Umgebungsluft gelangen und durch Passivrauchen eingeatmet werden können. Zwar ist die Konzentration deutlich geringer als bei herkömmlichen Zigaretten, allerdings warnt das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) vor gesundheitlichen Gefahren durch

·        Chemikalienzusätze

·        Duft- und Aromastoffe (z. B. Menthol und Linalool)

·        Krebserregende Aldehyde

·        Verneblungsmittel

 

Da die gesundheitlichen Risiken, insbesondere bei gemischten Liquids, für Verbraucher schwer abzuschätzen sind, empfiehlt das BfR allen Schwangeren, sich von E-Zigaretten fern zu halten und sogar das Passivrauchen zu vermeiden. Babys von Rauchern, schwangere Frauen und kranke Menschen zählen generell zu den empfindlichen Personen, die vor Passivrauchen geschützt werden sollten.

Januar 2018 | Hypoallergene Babynahrung (HA-Milch) schützt nicht vor Allergien

Leitlinien für Kinderernährung in Europa, Amerika und Asien/Australien empfehlen für allergiegefährdete Säuglinge, die nicht gestillt werden, den Einsatz hypoallergener Babynahrung (HA-Milch) – wohl in der Hoffnung, dass sie Allergien verhindert und dabei keinen Schaden anrichtet. Denn Beweise für die Effektivität sogenannter hydrolysierter Babymilch zum Vorbeugen von Allergien hat bislang niemand vorgelegt. Stattdessen fanden australische Forscher schon vor geraumer Zeit in einer Studie mit 600 Teilnehmern heraus, dass Kinder, die hypoallergene Babynahrung bekamen, im Beobachtungszeitraum von der Geburt bis zum Schuleintritt genauso oft eine Allergie entwickelten wie Kinder, die mit herkömmlicher Babynahrung gefüttert wurden.

 

Im Jahr 2016 führte eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse zum Thema „Hydrolysierter Muttermilchersatz und Risiko allergischer oder Autoimmunkrankheiten“ zu einer eindeutigen Aussage: „Unsere Ergebnisse widersprechen den gängigen Leitlinien des Empfehlens hypoallergener Babynahrung für allergiegefährdete Säuglinge.“ Säuglinge gelten übrigens dann als allergiegefährdet, wenn ein Elternteil oder ein Cousin/eine Cousine bereits unter Allergien leidet. Die Autoren hatten in internationalen medizinischen Datenbanken 37 relevante Studien gefunden, in denen hydrolysierte Säuglingsnahrung auf Kuhmilchbasis (HA-Nahrung) in Sachen Allergierisiko mit anderen Ersatznahrungen oder Muttermilch verglichen wurde. Insgesamt gingen die Daten von 19.000 Teilnehmern ein.

 

Keine belastbaren Belege

Die Metaanalyse (Zusammenfassung von Primäruntersuchungen) ergab keine belastbaren Belege, dass teilweise oder ausgedehnt hydrolysierte (Eiweiße mit Wasser aufgespalten) Säuglingsnahrung das Risiko allergischer oder autoimmuner Erkrankungen von Kindern mit entsprechender genetischer Vorbelastung senkt. Das gilt für das Auftreten von Ekzemen im Alter von null bis vier Jahren genauso wie für Lebensmittelallergien, allergischen Nasenkatarrh (Rhinitis), Atemgeräusche (Wheeze), allergische Sensibilisierung im Prick-Test und das Entwickeln von Typ-1-Diabetes. Die Autoren wiesen zudem darauf hin, dass in den in die Metaanalyse eingeschlossenen Studien Interessenskonflikte der Verfasser (reine Wissenschaft versus Interessen der Auftraggeber aus der Industrie) nicht auszuschließen seien, was das Risiko der Parteilichkeit steigere.

 

Fassen wir vorläufig zusammen: Auf die Frage, ob hypoallergene Babynahrung wirklich sinnvoll ist, gibt es eine klare Antwort: Nein, außer für die Hersteller der Produkte. Und: Wahrscheinlich wäre oben beschriebene Metaanalyse noch viel klarer ausgefallen, wenn keine der Primärstudien von der Industrie finanziert worden wäre. Dabei erschien die ursprüngliche Idee hinter der hypoallergenen Babynahrung durchaus logisch: Wenn man seinem Säugling keine normale Milch zu trinken gibt, sondern in Wasser aufgelöstes allergenentsorgtes HA-Milchpulver, dann kann das Baby auch keine Kuhmilchallergie entwickeln, die oft am Beginn einer allergischen Veranlagung steht.

 

Der rechtzeitige Kontakt zum Allergen ist wichtig

Falsch gedacht: Denn nur wenn das Immunsystem des Körpers rechtzeitig einem potenziellen Allergiestoff ausgesetzt ist, kann es ihm gegenüber eine natürliche Toleranz aufbauen. Wenn der Kontakt aber vermieden wird, ist später bei allergischer Veranlagung die Neigung zu einer Überreaktion größer. Diese bittere Erfahrung mussten viele Eltern machen, die, vermutlich auf Empfehlung vieler Scheinexperten, in Kleinkindhaushalten ihre Kinder durch übertriebene Hygiene schützen wollten und so viel eher zum Entwickeln von Allergien beitrugen. Mittlerweile weiß man, dass Kinder, die von Allergenen umzingelt auf einem Bauernhof aufwachsen, die viel draußen sind, Kontakt zu Tieren haben und wissen, was Dreck ist, am seltensten eine Allergie bekommen.

 

Zurück zur Babynahrung: Der beste Allergieschutz ist immer noch die Muttermilch, also das Stillen. Mütter, die Stillen können, sollten das in den ersten vier Lebensmonaten des Babys ausschließlich tun. Empfehlungen, bis einschließlich des sechsten Monats nichts anderes zuzulassen, gelten mittlerweile als überholt: Das Sechsmonatsdogma steht sogar im Verdacht, das Risiko für Krankheiten des Immunsystems eher zu erhöhen. "Wir gehen heute davon aus, dass es zwischen dem vierten und sechsten Lebensmonat eine Art Zeitfenster gibt, in dem sich entscheidet, ob das Immunsystem sich in Richtung Allergie entwickelt oder nicht", sagt die Berliner Forscherin Kirsten Beyer. Deshalb ist es richtig, im fünften und sechsten Lebensmonat mit Beikost (Breien) zu beginnen, die bestimmte Nahrungsmittel nur dann meidet, wenn bereits eine Allergie besteht.

November 2017 | Über den bestmöglichen Umgang mit Stimmungskrisen nach der Geburt

Schwangerschaft und Geburt gelten gemeinhin als eine Zeit der Glücksgefühle, der besorgten Erwartung und nach der Geburt der freudigen Aufregung. Allerdings kann sich nicht jede Mutter, die ein Kind zur Welt gebracht hat, uneingeschränkt darüber freuen. Sogenannte postpartale Stimmungskrisen (von lat. post = nach; partus = Entbindung, Trennung) sind alles andere als selten. Ihre Bandbreite reicht von einer leichten Traurigkeit über Depressionen bis hin zu psychotischen Erkrankungen, wobei die Häufigkeit mit der Schwere abnimmt. Man unterscheidet bislang drei Arten postpartaler Störungen, die oft fließend ineinander übergehen:

·        das Postpartale Stimmungstief,

·        die Postpartale Depression (PPD) und

·        die Postpartale Psychose (PPP).

 

Das Postpartale Stimmungstief, auch „Babyblues“ oder „Heultage“ genannt, ist die mildeste Form postpartaler Stimmungskrisen. Es kommt in den ersten Wochen nach der Geburt u. a. zu leichten depressiven Verstimmungen, Traurigkeit, häufigem Weinen, Stimmungslabilität, Irritierbarkeit, übermäßigen Sorgen (meist um das Kind), Erschöpfung, Ängstlichkeit, Reizbarkeit, Appetitstörungen, Schlaf- und Ruhelosigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten. Der Zustand tritt sehr häufig auf, trifft je nach Methodik der Untersuchungen etwa 70 Prozent aller Wöchnerinnen, gilt nicht als krankheitswertig und verschwindet meist spontan innerhalb weniger Stunden oder Tage wieder.

 

Hohes Wiederholungsrisiko

Am anderen Ende der Skala psychiatrischer Komplikationen nach der Geburt steht die Postpartale Psychose. Sie ist eine sehr ernste Erkrankung, die statistisch 1 bis 3 von 1000 Frauen trifft, innerhalb der ersten vier Wochen meist abrupt beginnt und, um Mutter und Kind zu schützen, zu einer Notfalleinweisung in eine psychiatrische Klinik führen sollte. Die Patientin leidet unter schweren paranoid-halluzinatorischen Symptomen mit Angst-, Erregungs- und Verwirrtheitszuständen und wird mit Medikamenten stabilisiert. Es kann im Zuge der Therapie zu einer vollständigen Ausheilung kommen, wobei das Wiederholungsrisiko im Falle weiterer Schwangerschaften sehr hoch (90 %) ist.

 

Das relativ hohe Wiederholungsrisiko ist ein für postpartale Störungen typisches Phänomen, was auch eine in diesem Jahr veröffentlichte dänische Studie nachweist. Die Forscher analysierten Daten von fast 460.000 Frauen, die ihr erstes Kind (und nachfolgende Geburten) im Zeitraum von 1996 bis 2013 bekamen und vor der ersten Geburt weder Antidepressiva genommen noch in einer Klinik psychiatrisch behandelt worden waren. Ergebnis: 0,6 Prozent aller Erstgeburten zogen eine postpartale Störung nach sich. Für Frauen, die nach der ersten Geburt in einem Krankenhaus behandelt worden waren, betrug das Risiko für eine erneute postpartale Störung 21 Prozent, für Frauen, die Antidepressiva genommen hatten, 15 Prozent. Das bedeutet: Bei Frauen, die nach der ersten Geburt unter einer postpartalen Störung litten, trat bei nachfolgenden Geburten eine weitere postpartale Störung 46-mal, respektive 27-mal häufiger auf als bei Frauen, in deren Vorgeschichte es bislang keine postpartale Störung gegeben hatte.

 

Postpartale Depression

Im Schweregrad zwischen dem Babyblues und der Psychose angesiedelt ist die Postpartale Depression (PPD). Sie tritt nicht nur in den ersten vier bis sechs Wochen nach der Geburt auf, sondern oft erst Monate später. Deshalb hat man in der Fachliteratur den Zeitraum auf ein halbes bis ganzes Jahr nach der Geburt ausgedehnt. Wobei: Auch das mag zu kurz greifen, denn eine Depression kann sich auch noch später einstellen. Offenbar ist die komplette Phase der frühen Mutterschaft anfällig, also vom Beginn der Schwangerschaft bis zur Aufnahme des Kindes in den Kindergarten, in der die Mutter sich an eine völlig neue Rolle anpasst. Davon betroffen sind 10 bis 20 Prozent der Mütter, aber auch rund 4 Prozent der Väter leiden nach der Geburt unter PPD.

 

Die Symptome einer Postpartalen Depression unterscheiden sich nicht von denen anderer Depressionen, sondern die Inhalte. Beispielsweise richten sich die Zwangsgedanken vorwiegend gegen das Kind. Eine Postpartale Depression wirkt auch anders auf das Umfeld. Erkrankt die Mutter eines Babys daran, aber die PPP wird nicht erkannt oder die Mutter falsch behandelt, dann hat das negative Wirkungen auf die ganze Familie: den Partner, die älteren Geschwister und die Großeltern.

 

Diagnose und Behandlung

Postpartale Depressionen werden oft erst spät oder gar nicht erkannt, aus vielfältigen Gründen. Viele Frauen verschweigen ihre Symptome (die in den meisten Fällen erst nach der Entlassung aus der Geburtsklinik auftreten) aus Scham, Schuldgefühlen oder Angst. Wird die Krankheit aber nicht behandelt, kann das zu schwerwiegenden Komplikationen bei Mutter und Kind führen. Frauen, die sich in der Zeit nach der Geburt nicht wohlfühlen und unter Stimmungskrisen leiden, sollten deshalb ihr soziales Umfeld und ihren Hausarzt oder ihre Ärztinnen für Frauenheilkunde davon in Kenntnis setzen. Sie hören ihnen zu, beraten sie und leiten sie an kompetente Stellen weiter.

 

Die Behandlung einer Postpartalen Depression geschieht mithilfe von Medikamenten und Psychotherapie bis hin zur Einweisung in eine Klinik, wobei Medikamente nur dann zwingend nötig sind, wenn Selbstmordabsichten vorliegen oder andere Behandlungsmethoden keine Besserung bringen. Psychopharmaka sind aber auch hilfreich, um die Heilung zu beschleunigen und die Symptome so weit abzuschwächen, dass eine depressive Frau überhaupt erst für eine Psychotherapie aufnahmefähig wird, die ihr auf dem Weg zurück zu mehr Gesundheit und Lebensqualität entscheidend helfen wird.

September 2017 | Vorsicht vor Lakritz in der Schwangerschaft!

Werdende Mütter sollten während der Schwangerschaft so wenig Lakritz wie möglich essen oder am besten ganz darauf verzichten. Der Grund: Darin enthaltene Wirkstoffe schädigen möglicherweise nachhaltig die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes. Zu diesem Ergebnis kommt eine Langzeitstudie aus Finnland, die im American Journal of Epidemiology erschienen ist. Das Team um die Psychologin Katrin Räikkönen hat 378 Kinder im Alter von zwölf Jahren untersucht, deren Mütter in der Schwangerschaft unterschiedlich viel Lakritz gegessen hatten. Verglichen wurden zwei Gruppen: In der ersten betrug der mütterliche Lakritzkonsum im Mittel 47 mg Glycyrrhizin pro Woche (0 bis 250 mg) in der zweiten 845 mg (mindestens 500 mg).

 

Die Kinder, deren Mütter mehr Lakritz aßen, schnitten in einigen untersuchten Merkmalen deutlich schlechter ab: Ihr Intelligenzquotient war durchschnittlich um sieben Punkte niedriger, sie hatten ein schlechteres Gedächtnis und ein mehr als dreimal so hohes ADHS-Risiko. Die Mädchen dieser Mütter waren mit zwölf Jahren im Schnitt um 3 cm größer, um 8 kg schwerer, hatten einen höheren BMI (+2,2), eine ausgeprägtere Schambehaarung und ein deutlicheres Brustwachstum als die weiblichen Jugendlichen der Vergleichsgruppe. Bei 60 Prozent hatte die Menstruation schon eingesetzt (Vergleichsgruppe: 40 %). Die Jungen, die noch nicht in der Pubertät waren, zeigten (noch?) keine Auswirkungen.

 

Was bei zu viel Lakritz passiert

Lakritz ist schon länger unter Beobachtung. Die darin enthaltene Glycyrrhizinsäure, der natürliche Süßstoff aus der Süßholzwurzel, hemmt ein wichtiges Enzym, das die Umwandlung von Cortisol in Cortison möglich macht. Dieses Enzym kommt auch in der Gebärmutter vor, wo es 80 bis 90 Prozent des Stresshormons Cortisol inaktiviert, das sonst in den Kreislauf des Kindes gelangen würde. Der Verzehr von Lakritz erhöht also die Cortisol-Konzentration im Organismus des Feten. In tierexperimentellen Studien hatte dies eine verzögerte Pubertät sowie eine Störung der Fortpflanzung zur Folge, darüber hinaus dokumentierten die Forscher Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen.

 

Die Psychologin Katri Räikkönen untersucht an der Universität Helsinki seit einigen Jahren die möglichen Folgen des Lakritzkonsums in der menschlichen Schwangerschaft. Sie begleitet dazu eine Gruppe von 1049 Frauen, die 1998 von einem Einzelkind entbunden wurden. Darunter waren 51, die während der Schwangerschaft pro Woche mehr als 500 mg Glycyrrhizinsäure (wie sie in ungefähr 100 g Lakritz enthalten sind) zu sich genommen hatten. Bei der vorangegangenen Untersuchung im Alter von acht Jahren schnitten die Kinder gleich in mehreren Tests zur geistigen Entwicklung schlechter ab: Sie hatten einen geringeren Wortschatz, ein schlechteres erzählerisches Gedächtnis und ein eingeschränktes räumliches Vorstellungsvermögen. Die Konzentrationsfähigkeit war vermindert, die Neigung zum Übertreten von Regeln und zum aggressiven Verhalten erhöht.

 

Dreimal höherer Stresshormon-Level

Dr. Klaus König, Vizepräsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF), erklärt: „Bei Kindern von Frauen, die während der Schwangerschaft Lakritz gegessen hatten, wurden dreimal höhere Cortisol-Level gemessen als bei Kindern gleichen Alters, deren Mütter kein Lakritz gegessen hatten. Cortisol ist ein Stesshormon und besitzt ein sehr breites Wirkungsspektrum im Organismus. Es gibt Zusammenhänge zwischen Cortisol und der Bewältigung von Stress sowie der Entwicklung von Diabetes und Übergewicht.“

Seine Empfehlung: „Ein Gramm pro Woche reichte schon aus, um beim Nachwuchs höhere Cortisol-Werte zu verursachen. Auch wenn die genauen Zusammenhänge bislang noch nicht geklärt sind, sollten Schwangere vorsichtshalber besser auf den Verzehr zumindest größerer Mengen lakritzhaltiger Produkte verzichten."

Juli 2017 | Schwangere sollten sich mit einer Impfung vor Grippeinfektionen schützen

„Unsere Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, wie wichtig es ist, dass sich gerade schwangere Frauen mit einer Impfung vor Grippeviren schützen“, stellt Prof. Gülsah Gabriel fest. Gabriel ist Leiterin der Forschungsgruppe „Virale Zoonosen und Adaptation“ am Heinrich-Pette-Institut, Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie (HPI), die im Rahmen einer kooperativen Studie mit dem Labor Feto-Maternale Medizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) unter der Leitung von Prof. Petra Arck belegen konnte, dass die während der Schwangerschaft veränderte Immunantwort nicht nur das Krankeitspotenzial (Pathogenität) von H1N1-Grippeviren verstärkt, sondern darüber hinaus das Entstehen neuer, hochvirulenter Stämme begünstigt.

 

Und das kommt so: Eine Schwangerschaft ist für das Immunsystem eine Ausnahmesituation, denn der Fötus trägt zur Hälfte auch väterliche Antigene. „Das mütterliche Immunsystem reagiert mit einer gezielten Immuntoleranz, um sicherzugehen, dass der Fötus nicht wie ein Transplantat abgestoßen wird“, erklärt Prof. Petra Arck. „Bei einer Grippevirusinfektion ist dagegen eine schnelle Immunantwort notwendig, um sich gegen die Viren zur Wehr zu setzen“, ergänzt Prof. Gülsah Gabriel. Diese beiden sich widersprechenden immunologischen Anforderungen sind der Grund, dass Schwangere die größte Risikogruppe für schwere, teilweise tödliche Grippeverläufe sind.

 

Im zweiten oder dritten Trimenon

Über die genauen Ursachen liegen bisher nur wenige Erkenntnisse vor. In der nun erschienenen Studie ist es den Teams um Gabriel und van Arck aber gelungen, die Vorgänge im Immunsystem im Falle einer Infektion mit dem Grippevirus pH1N1 während einer Schwangerschaft genauer zu charakterisieren. Mithilfe eines Mausmodells konnten sie zeigen, dass die antivirale Immunantwort in trächtigen Muttertieren deutlich schwächer ist und die Infektion sehr viel schwerer verläuft als bei nicht trächtigen Tieren. Zudem wiesen sie in den trächtigen Tieren die Bildung neuer, hochvirulenter Grippevirusvarianten nach.

 

Die amtliche Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch Instituts empfiehlt die Grippeimpfung für Schwangere aufgrund des erhöhten Komplikationsrisikos bereits seit 2010. Abhängig von der Jahreszeit ist es sinnvoll, dass sich Frauen im zweiten oder dritten Drittel (Trimenon) einer Schwangerschaft, bei zusätzlicher sonstiger Gefährdung schon im ersten Trimenon, durch eine Impfung schützen.

Wenn Sie schwanger sind und sich zu Ihrem und dem Schutz Ihres Kindes gegen Grippe impfen lassen möchten, sprechen Sie uns gerne an.

Mai 2017 | Die Antibaby-Pille ist insgesamt kein Krebsrisiko

Schätzungsweise 100 bis 150 Millionen Frauen weltweit verhüten täglich mit der Antibaby-Pille. Seit es sie gibt, ist sie eines der am meisten diskutierten Arzneimittel. Ist die Piller sicher? Und darüber hinaus: Erhöht ihre Einnahme das Krebsrisiko? „Insgesamt nein“, lautet die Antwort darauf, was eine Langzeitstudie über vier Jahrzehnte mit mehr als 40.000 Frauen aus Großbritannien eindrucksvoll bestätigt, die unlängst im Fachmagazin The American Journal of Obstetrics and Gynecology veröffentlich wurde.

 

Die Forscher um Lisa Iversen von der University of Aberdeen werteten Daten von insgesamt 46.022 Frauen – Pillen-Nutzerinnen und Nicht-Nutzerinnen – aus. Die Frauen wurden 1968 und 1969 gebeten, an der Studie teilzunehmen. Zunächst meldeten die betreuenden Frauenärzte regelmäßig gesundheitliche Angaben an die Forscher, später erreichten sie aus einem nationalen Zentralregister in Schottland und England Meldungen zu eventuell aufgetretenen Krebsfällen. Von einem Teil der Probandinnen bekamen die Forscher Daten bis zum Jahr 2012, woraus die am längsten laufende Studie zur Untersuchung des Krebsrisikos durch Einnahme der Antibaby-Pille entstand.

 

Unterschiedliche Risiken gleichen sich aus

Die Bilanz „insgesamt kein erhöhtes Krebsrisiko“ entsteht durch den Umstand, dass sich verschiedene Risiken ausgleichen. Während der Einnahme der Antibaby-Pille war das Risiko der untersuchten Frauen für das Entstehen von Brust- und Gebärmutterhalskrebs leicht erhöht. Dieses Risiko sank innerhalb von fünf Jahren nach Absetzen der Pille wieder auf den Normalwert. Auf der anderen Seite zeigten die Daten, dass die Frauen noch 30 Jahre nach Einnahme der Pille u. a. ein geringeres Risiko für Eierstock- und Dickdarmkrebs sowie für Tumoren an der Gebärmutterschleimhaut hatten.

 

Insgesamt ist die Krebsrisikobilanz der Antibabypille neutral, schließen die Forscher aus ihren Untersuchungen. Es gebe keine Hinweise auf ein substanziell erhöhtes Langzeitrisiko für Frauen, die in der Vergangenheit die Pille genommen haben. Damit bekräftigen sie die Ergebnisse bisheriger Studien zum Thema. Die Internationale Krebsforschungsagentur IARC der Weltgesundheitsorganisation (WHO) war zuletzt 2012 in einer eigenen Bewertung zu ganz ähnlichen Schlüssen gekommen.

 

Und Jenny Chang-Claude, Leiterin der Arbeitsgruppe Genetische Epidemiologie am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg stellt fest: „Was hier noch einmal belegt wird, ist, dass Frauen, die die Pille genommen haben, auch langfristig keine Sorgen vor Krebs haben müssen. Das leicht erhöhte Risiko für Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebs während der Einnahme der Pille sei kein Grund, auf die sichere Verhütungsmethode zu verzichten, wenn keine anderweitigen medizinischen Gründe dagegen sprechen.

März 2017 | Schwangere dürfen ihre Piercings weiter tragen – vorerst

Viele Frauen verschönern heute ihren Körper mit Tätowierungen oder Piercings. Erlaubt ist, was gefällt. Mit dem Eintritt einer Schwangerschaft verändern sich aber die Vorzeichen. Tattoos bleiben sowieso und beginnen einhergehend mit den natürlichen Verformungen womöglich ein Eigenleben, aber was ist mit den Piercings – müssen die nun raus? Eine eindeutige Antwort gibt es nicht, denn es hängt davon ab, ob es sich um Intim-, Bauchnabel- oder Brustwarzen-Piercings handelt. Aber keine Sorge: Frauen können und dürfen sich auch in der Schwangerschaft mit ihrem Körperschmuck schön fühlen, wenn sie ein paar Notwendigkeiten beachten.

 

Beginnen wir mit den Tabus. Wegen der veränderten Hormonlage sind Schwangere anfälliger gegen Entzündungen. Deshalb sind neue Piercings während der Schwangerschaft ausgeschlossen, zumindest raten Experten eindeutig davon ab. Die Haut ist in der Schwangerschaft besonders gut durchblutet, ein neuer Stich könnte stark bluten und mehr schmerzen. Ohnehin gehen verantwortungsvolle Piercer, die von der Schwangerschaft einer Kundin wissen, auf eventuelle Wünsche nach neuen Piercings nicht ein, um sich und den Schwangeren Komplikationen zu ersparen.

 

Intim- und Brustwarzen-Piercings vor der Geburt ablegen

Schwangere sollten Intim-Piercings spätestens kurz vor der Geburt entfernen, denn die Verletzungsgefahr für Mutter und Kind wäre sonst zu groß. Es spricht aber einiges dafür, die Intimapplikationen viel früher herauszunehmen, da sie schon bei den Vorsorgeuntersuchungen stören. Ähnliches gilt für Brustwarzen-Piercings. Im Verlauf der Schwangerschaft sind sie zumindest in den ersten beiden Dritteln in aller Regel unproblematisch. Manche Frauen legen sie dennoch bald ab, weil sie das Gefühl haben, dass sie Brustspannen und Empfindlichkeit der Brustwarzen verstärken.

 

Im letzten Drittel der Schwangerschaft wird es Zeit, den Schmuck aus den Brustwarzen zu entfernen. Das gilt vor allem für Frauen, die ihr Baby stillen wollen. Denn der Schmuck in den Brustwarzen könnte zu Trinkproblemen des Säuglings führen, sich im schlimmsten Fall lösen, das Baby an Zahnfleisch, Zunge oder Gaumen verletzen oder gar von ihm verschluckt werden. Nach dem Abstillen sollten drei Monate vergehen, bevor junge Mütter ihren Schmuck an der alten Stelle wieder einsetzen.

 

Rund um den Bauch

Bauchnabel-Piercings sind am wenigsten problematisch. Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V., bleibt locker: „Meist erledigt sich das Problem von selbst. Die Frauen merken, dass ihnen der Metallschmuck im Nabel auf dem prallen Bauch unangenehm wird und legen ihn freiwillig ab.“ Kleinere Ringe oder Stäbchen stören weder die Vorsorge- noch die Ultraschalluntersuchungen. Bis zur 20. Woche liegt die Schwangerschaft ohnehin unterhalb des Bauchnabels, aber auch danach fährt der Frauenarzt mit dem Ultraschallkopf um den Nabel herum.

 

Um die Entzündungsgefahr zu minimieren, ist es sinnvoll, die Haut rund um den Schmuck einmal täglich mit Jod zu desinfizieren. Spätestens im letzten Drittel der Schwangerschaft muss das Bauchnabel-Piercing aber doch ausgetauscht werden, weil das Loch unter der zunehmenden Spannung zu reißen droht. Nun können Schwangere einen anatomischen Stecker aus PTFE-Kunststoff oder medizinischem Silikon als Platzhalter einsetzen, sofern sie sich nicht schon längst für ein modisches Schwangerschafts-Piercing aus demselben Material entschieden haben, das mit zwei verschieden langen Stäbchen für die ersten sechs und die letzten drei Monate geliefert wird.

 

Solche Schwangerschafts-Piercings mit Baby, Storch oder Glitzersteinchen sind biegsam, wachsen mit und kosten je nach Form und Anbieter 10 bis 30 Euro. Und wer auf keinen Fall auf Bauchnabelschmuck verzichten aber ganz sicher gehen will: Es gibt auch Klebe-Piercings.

Januar 2017 | Neue Keuchhusten-Impfung schützt Schwangere und ihre ungeborenen Kinder

Eine Keuchhusten-Infektion kann gerade bei ungeschützten Säuglingen schwerwiegend oder gar tödlich verlaufen, wobei deren Mütter als häufigste Infektionsquelle gelten. Nach einer in ganz Europa gültigen Zulassungserweiterung zweier Impfstoffe durch das Paul-Ehrlich-Institut (Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel) können sich nun Schwangere neben Tetanus und Diphterie vor allem gegen Keuchhusten (Pertussis) impfen lassen und damit auch ihre ungeborenen Kinder schützen.

 

Wir haben im April 2014 darauf hingewiesen, dass in Deutschland zu wenige Menschen ausreichend gegen Keuchhusten geimpft sind, was die Gefahr erhöht, dass auch Frauen im gebärfähigen Alter und Säuglinge angesteckt werden. Damals wie heute gilt: Zur Vorbeugung gegen Keuchhusten gibt es eine wirksame und gut verträgliche Impfung. Erwachsene, denen die Grundimmunisierung fehlt, sollten sich einmalig gegen Keuchhusten impfen lassen. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) empfiehlt eine sogenannte Tdap-Impfung (TdaP: T=Tetanus, d=Diphtherie, ap=azelluläre Pertussis).

 

Sicher für Mutter und Kind

Für Frauen mit Kinderwunsch gab es bislang nur eine Impfung vor oder nach der Schwangerschaft; Mütter sollten sich auf alle Fälle so bald wie möglich nach der Geburt impfen lassen. Während der Schwangerschaft bestand keine Impfmöglichkeit. Das hat sich durch die Zulassung des neuen Tdap-Impfstoffs grundlegend geändert. Werdende Mütter können sich nun im letzten Drittel der Schwangerschaft (Trimenon) impfen lassen, womit zwei Wirkansätze verfolgt werden: Erstes Ziel ist der Schutz von Mutter und Ungeborenem im Schwangerschaftsverlauf. Darüber hinaus verlängern sogenannte maternale Antikörper, die von der Mutter an das ungeborene Kind weitergegeben werden, in den ersten Wochen nach der Geburt den Schutz auf das Neugeborene. Später bauen Säuglinge im Alter von 2, 3 und 4 sowie 11 bis 14 Monaten mit der Grundimmunisierung selbst einen Impfschutz auf.

 

Grundlage der Zulassungserweiterung sind Sicherheitsdaten von knapp 800 Schwangeren, die im Verlauf einer Studie den Impfstoff im letzten (Trimenon) erhielten: 793 Frauen wurden zwischen der 28. und der 38. Schwangerschaftswoche geimpft, etwa 30 % bekam gleichzeit einen Wirkstoff gegen Grippe. Alle Probandinnen vertrugen die Impfungen gut und die Ergebnisse belegten für den Verlauf der Schwangerschaft oder die Gesundheit des ungeborenen bzw. des neugeborenen Kinds keine schwerwiegenden Nebenwirkungen.

 

Wenn Sie schwanger sind und Ihnen bislang eine Grundimmunisierung gegen Keuchhusten fehlt, sprechen Sie uns gerne an und lassen Sie sich im letzten Schwangerschaftsdrittel zu Ihrem und dem Schutz Ihres Kindes impfen. Je früher, desto besser!

Oktober 2016 | Informationen über den Einsatz sogenannter bioidentischer Hormone

Der Markt bioidentischer Hormone breitet sich aus und ist mittlerweile im Bewusstsein vieler potenzieller Anwenderinnen angekommen. Aber auf welchen Grundlagen steht diese „naturnahe Hormongabe“? Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hat unter der Leitung von Prof. Dr. med. Kai J. Bühling dazu einen Informationsflyer veröffentlicht, den wir hier in Auszügen vorstellen und Ihnen darüber hinaus zum Herunterladen anbieten (PDF). Prof. Dr. Bühling ist Frauenarzt, Hormonexperte und Leiter der Hormonsprechstunde des UKE. Er erläutert die Prinzipien der Therapie und hinterfragt, ob deren zunehmende Beliebtheit gerechtfertigt ist.

 

Was sind bioidentische Hormone?

Die Bezeichnung „bioidentische Hormone“ wird im Allgemeinen für Hormone verwendet, die mit den Hormonen des menschlichen Körpers strukturgleich, also von körpereigenen Hormonen chemisch nicht zu unterscheiden sind. Klassischer Vertreter dieser Hormone in der Gruppe der Gestagene (auch „Gelbkörperhormone“) ist das Progesteron. Bei der fruchtbaren Frau wird es typischerweise nach dem Eisprung für etwa 14 Tage gebildet, danach fällt der Wert ab, was die Monatsblutung einleitet.

 

Aber es gibt dem natürlich vorkommenden Progesteron ähnliche Gestagene, die sich im Aufbau häufig nur gering unterscheiden und aufgrund des Unterschieds andere Begleiteffekte erzielen. Einige synthetische Gestagene haben den Vorteil, bereits in sehr geringer Dosierung den Eisprung zu unterdrücken, was dem natürlichen Progesteron erst in höherer Dosierung gelingt. Diese Gestagene werden beispielsweise in der „Pille“ sowie in einigen Hormonersatztherapien eingesetzt.

 

Wie werden bioidentische Hormone hergestellt?

Klassischerweise werden diese Hormone aus der Yams-Wurzel gewonnen. Sie enthält den Wirkstoff Diosgenin, aus dem durch verschiedene chemische Prozesse Steroidhormone, wie beispielsweise Kortison und Progesteron, hergestellt werden können. Synthetisches Progesteron hat dann dieselbe Strukturformel wie körpereigenes Progesteron und ist chemisch nicht davon zu unterscheiden.

 

Wie werden bioidentische Hormone aufgenommen?

Die Marktteilnehmer bieten viele verschiedene "bioidentische Hormone" an. Einige davon sind als Medikament untersucht und zugelassen, andere wiederum werden von Apotheken nach sogenannten „Rezepturen“ in Cremes gerührt und sollen dann über die Haut zugeführt werden. Problem: Progesteron wird kaum über die Haut aufgenommen. (Kein Wunder also, dass bisher noch kein pharmazeutisches Unternehmen ein Pflaster oder Gel mit Progesteron zur systemischen Wirkung vertreibt.) Man weiß also häufig gar nicht, welche Mengen durch die Haut in den Körper gelangen und damit wirksam sind. Viele Hersteller sogenannter bioidentischer Hormone wissen noch nicht einmal, wie viel Wirkstoff ihre Substanz überhaupt enthält.

 

Wie wird ein Hormonmangel diagnostiziert?

Nationale und internationale Leitlinien formulieren eindeutig, dass sich eine Hormontherapie zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden an den Symptomen des Hormonmangels orientieren muss. Im Vertrieb von bioidentischen Hormonen dagegen wird oft ein Speicheltest zur Bestimmung des Hormonspiegels und damit zur Indikation einer Hormontherapie angeboten. Speicheltests liefern jedoch keine zuverlässigen Werte, da die Konzentration der darin enthaltenen Hormone auch von Faktoren wie aktueller Flüssigkeitsaufnahme oder veränderter Speichelbildung beeinflusst werden kann.

 

Seriöse Untersuchungen bestimmen den Hormonspiegel anhand von Blutproben. Zudem wissen Experten, dass der Zeitpunkt der Hormonbestimmung ein wesentlicher Faktor für das Ergebnis ist. Die Bestimmungen von Hormonwerten sind also immer Momentaufnahmen. Und was zum Bestimmungszeitpunkt ein hoher Wert zu sein scheint, kann bereits im nächsten Zyklus wieder ganz normal sein. Das bedeutet: Eine Hormontherapie allein auf der Basis von Hormonwerten ist medizinisch nicht sinnvoll. Die Indikation sollte in jedem Fall von einer Frauenärztin/einem Frauenarzt gestellt werden.

 

Welchen Nutzen haben bioidentische Hormone?

Der Nutzen der in nicht als Arzneimittel zugelassenen Cremes mit „bioidentischen Hormonen“ ist mehr als fragwürdig: Die Inhaltsstoffe vieler Präparate sind nicht klar definiert, sodass man nicht weiß, wie viel wirksames Progesteron in dem Produkt vorhanden ist. Darüber hinaus ist nicht klar, wie gut diese Hormone über die Haut aufgenommen werden. Und es gibt Risiken: Wird beispielsweise im Zuge einer Hormonersatztherapie Progesteroncreme zum Schutz der Gebärmutterschleimhaut eingesetzt, kann eine zu geringe Progesteronkonzentration das Risiko für ein Endometriumkarzinom (Gebärmutterkrebs) erhöhen.

 

Anders bei den arzneimittelrechtlich zugelassenen Progesteronpräparaten (zumeist Kapseln): Hier wurde der wissenschaftliche Beleg für die Wirksamkeit erbracht, und diese Medikamente können im Falle entsprechender Indikationen gegeben werden.

 

Fazit

Es ist zum Aufspüren eines wechseljahresbedingten Hormonmangels nicht sinnvoll, den Hormonspiegel aus dem Speichel zu bestimmen. Sofern eine Hormontherapie ärztlich sinnvoll und gewünscht ist, sollte sie ausschließlich mit pharmakologisch zugelassenen Präparaten geschehen, deren Nutzen und Risiken in Studien untersucht wurden. Die unkontrollierte Gabe von pharmakologischen Substanzen ohne Zulassung ist nicht nur rein rechtlich betrachtet schwierig, sondern sie kann auch die Gesundheit gefährden!

Hier noch einmal der Link zum Herunterladen des Flyers (PDF).

August 2016 | Hormonersatzbehandlung in den Wechseljahren bietet mehr Nutzen als Risiken

Viele Frauen in den Wechseljahren (mindestens ein Drittel) sind durch den Verlust der Hormonproduktion so sehr beeinträchtigt, dass sie eine Unterstützung brauchen, die über allgemeine Tipps zur Lebensführung und pflanzliche Placebos aus dem Drogeriemarkt hinausgeht. Inzwischen gibt es unter Experten keinen Zweifel mehr: Eine Hormontherapie zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden ist über eine begrenzte Zeitdauer von einigen Jahren sinnvoll, effektiv und relativ sicher und sollte bald nach dem Beginn der Menopause einsetzen. Bestätigt wurde diese Einschätzung erst in diesem Jahr auch durch zwei Autoren der Women’s Health Initiative-Studie, die auf Fehlinterpretationen ihrer Ergebnisse hinwiesen.

 

Was war geschehen? Die in den Jahren 2002 und 2006 veröffentlichten Daten der Women’s Health Initiative-Studie führten zu einer Diskussion über Nutzen und Risiken der Hormontherapie, in deren Folge Hunderttausende Frauen ihre Hormonpräparate absetzten oder von ihren Ärzten nicht mehr verschrieben bekamen. Eigentliches Ziel der in den 90er-Jahren in den USA begonnenen Untersuchungen war herauszufinden, ob eine langfristige Hormontherapie während und nach der Menopause vor chronischen Krankheiten schützt. Die auf 8,5 Jahre Laufzeit angelegte Studie wurde wegen der überwiegend schädlichen Wirkungen der Therapie vorzeitig abgebrochen.

 

Antworten auf nicht gestellte Fragen

Die Daten belegen: Eine Hormontherapie ist zum Vorbeugen koronarer Herzerkrankungen, von Thrombose, Schlaganfall, Brustkrebs und Demenz nicht nur ungeeignet, sondern steigert im Gegenteil deren Häufigkeit. Nicht gestellt wurde in der WHI-Studie die Frage, ob Frauen mit einem gesunden Herz-Kreislauf-System in den Wechseljahren von einer Hormonersatztherapie einen medizinischen Nutzen haben und ob in dieser Altersgruppe durch die Behandlung gesundheitliche Risiken auftreten können. Trotzdem wurden die Studiendaten durch die Öffentlichkeit, aber auch durch Ärzte fehlinterpretiert. Heraus kam eine allgemeine Warnung vor einer Hormonersatzbehandlung in den Wechseljahren.

 

Aber: Die WHI-Studie war mit Frauen durchgeführt worden, deren Durchschnittsalter bei Beginn der Therapie 63 Jahre betrug. Es handelte sich also vorwiegend um Studienteilnehmerinnen, die die Wechseljahre längst hinter sich hatten. Außerdem brachte etwa jede zweite dieser Frauen bedeutende Risiken wie ausgeprägte Adipositas und Bluthochdruck schon mit oder es waren Raucherinnen. Und zum Teil gab es sogar Vorerkrankungen wie Diabetes oder koronare Herzerkrankungen. Zudem wurde nur ein einziges, in Europa weitgehend unübliches Präparat in einer für die genannte Altersgruppe zu hohen Dosierung geprüft.

 

Alle können erleichtert sein

Betrachtet man in der WHI-Studie im Gegensatz zur Grundgesamtheit nur die untersuchten „wechseljahrerelevanten“ Frauen zwischen 50 und 59 Jahren, stellt man bei ihnen neben dem nachhaltigen Beseitigen ihrer Hormonmangel-Symptome auch eine geringere Zahl an Knochenbrüchen, eine Senkung der Diabetes-Erkrankungsrate und allgemein der Todesfälle fest. Das heißt für den bestmöglichen Zeitpunkt, dass eine Hormonersatztherapie, um den größtmöglichen Nutzen daraus zu ziehen, unmittelbar mit dem Eintreten der Wechseljahre beginnen sollte.

 

In einem im März publizierten Artikel des renommierten Journals "New England Journal of Medicine" bedauern JoAnn E. Manson und Andrew M. Kaunitz, zwei der maßgeblichen Studienautorinnen und -autoren, dass die Daten der WHI über Jahre falsch interpretiert wurden: „Zweifellos übersteigt der Nutzen dieser Ersatzbehandlung zum Lindern von Wechseljahresbeschwerden bei weitem mögliche Risiken.“ Und Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, ergänzt: „Viele Frauen haben jahrelang um ihre Gesundheit gefürchtet, wenn wir ihnen einen Ersatz ihrer Hormone empfohlen und verordnet haben. All diese Frauen können jetzt wirklich erleichtert sein, und wir als ihre behandelnden Frauenärztinnen und -ärzte sind es auch."

Juni 2016 | Schutz vor Lebensmittelinfektionen in der Schwangerschaft

„In der Schwangerschaft sollten Sie sich besonders gut vor Lebensmittelinfektionen schützen, denn bestimmte Erkrankungen können dem ungeborenen Kind schaden. Die wichtigste Empfehlung lautet: Essen Sie keine rohen Lebensmittel vom Tier, vor allem keine Produkte aus Rohmilch, keine unerhitzten Eier sowie kein rohes Fleisch oder rohen Fisch! Auch Küchen- und Handhygiene sind wichtig.“ Mit diesem Text steigt die Broschüre „Schützen Sie sich vor Lebensmittelinfektionen in der Schwangerschaft“ des aid infodiensts (aid) in ein sensibles und für alle werdenden Mütter enorm wichtiges Thema ein.

 

Der aid ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Bonn und als Informationsdienst in den Bereichen Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz tätig. Er hat seine Empfehlungen in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und zahlreichen weiteren Experten erarbeitet. Die Broschüre ist kostenlos, steht aber nicht mehr als Druckwerk zur Verfügung. Sie können Sie stattdessen hier herunterladen (PDF).

 

Für Schwangere problematisch: Toxoplasmose und Listeriose

Toxoplasmose wird durch Parasiten hervorgerufen, Listeriose durch Bakterien, die sogenannten Listerien. Beide Infektionen treten zwar selten auf, die Folgen für das Kind können jedoch schwerwiegend sein. Bei rund 700.000 Geburten pro Jahr in Deutschland registriert das Robert-Koch-Institut (RKI) insgesamt rund 50 Fälle mit Komplikationen durch Toxoplasmose und Listeriose. Da wahrscheinlich nicht alle Erkrankungen gemeldet werden, ist nicht genau bekannt, wie hoch die tatsächliche Fallzahl ist.

 

Listerien können in zahlreichen Lebensmitteln wie Rohmilch, Räucherfisch, bestimmten Fleisch- und Wurstwaren, Weichkäse oder vorgefertigten Salaten vorkommen. Sie können sich auch bei Kühlschranktemperatur noch vermehren. Zu den bekannten Übertragungswegen für Toxoplamoseerreger gehören rohes Fleisch und Erzeugnisse daraus sowie ungewaschenes Obst und Gemüse, an dem noch Erde haftet. Das bedeutet aber nicht, dass die Krankheitserreger in jedem der genannten Lebensmittel immer vorhanden sind. In diesen Produkten finden sich jedoch vergleichsweise häufiger Toxoplasmen oder Listerien in höheren Konzentrationen. Schwangere sollten deshalb darauf verzichten.

 

Von Milch bis Eiscreme

Antworten auf die Fragen, wie Schwangere am besten mit unterschiedlichen Lebensmittelgruppen umgehen, was sie zum Schutz vor Toxoplasmose und Listeriose bei bestimmten Lebensmitteln besonders beachten müssen und welche Produkte Sie am besten gar nicht essen, gibt die Broschüre auf den folgenden Seiten. Die Lebensmittelgruppen in Einzelnen:

  • Milch, Milchprodukte, Käse
  • Fleisch und Fleischerzeugnisse
  • Fisch, Fischereierzeugnisse und Meerestiere
  • Gemüse, Blattsalate und Obst
  • Feinkost, Vorspeisen und Antipasti
  • Backwaren, Desserts und Eiscreme

 

Tipps zur Hygiene

Auf zwei Seiten runden Empfehlungen zur Sauberkeit die sehr hilfreiche Broschüre ab. Die Erkenntnis, dass Händewaschen eine der wichtigsten, wenn nicht gar die wichtigste Hygieneregel ist, hat sich durchgesetzt. Aber hätten Sie gewusst, dass sich in den Ritzen von Schneidbrettern gerne Keime sammeln und man sie deshalb regelmäßig austauschen sollte? Wie man Lebensmittel richtig reinigt, rohe Lebensmittel getrennt lagert und verarbeitet, richtig kühlt, richtig erhitzt und richtig gart wissen Sie nach dem Studium der aid-Broschüre erst recht.

Hier noch einmal der Link zum Herunterladen (PDF).

April 2016 | Kinesio-Taping: Schmerzfrei durch elastische Pflaster

In der Praxis für Frauenheilkunde und Geburtshilfe von Dr. med. Susanne Helling und Dr. med. Angela Imhof gibt es seit diesem Monat eine Neuigkeit: Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung zur K-Taping Therapeutin mit dem Schwerpunkt Gynäkologie bietet Dr. med. Angela Imhof Kinesio-Taping zur Behandlung von Beschwerden in den Bereichen Geburtshilfe und Gynäkologie an. „Mir ist in der täglichen Arbeit die Notwendigkeit einer Methode bewusst geworden, mit der man schnell, einfach und effektiv Schmerzen beheben kann“, berichtet Dr. Imhof. „Um beispielsweise funktionelle Beschwerden von Schwangeren rasch zu lindern, sollte man nicht immer auf Medikamente zurückgreifen müssen.“

 

Im Sport ist Kinesio-Taping schön längst gang und gebe. Sein Einsatz in der Medizin dagegen ist noch wenig bekannt. In der Vorbereitung auf den Fortbildungskongress der Gynäkologen in Düsseldorf, der Anfang März dieses Jahres stattfand, stieß Dr. Angela Imhof auf die dort von der K-Taping International Academy angebotene Möglichkeit, sich in einem Tageskurs mit praktischer Anwendung zur K-Taping Therapeutin mit dem Schwerpunkt Gynäkologie ausbilden zu lassen. Die in der Ausschreibung genannten Anwendungsgebiete entsprachen genau den Bereichen, für die sie eine Lösung suchte.

 

Schonende Wirkung, volle Bewegungsfreiheit

Kinesio-Taping ist der Oberbegriff für spezielle Behandlungsmethoden, in denen auf der Haut ein spezielles Pflaster (Tape) angebracht wird und mit denen beispielsweise Muskelverspannungen, Gelenkbeschwerden oder auch Lymphödeme gelindert oder beseitigt werden können. Sie ergänzen Techniken wie die Krankengymnastik, die manuelle Therapie oder die Massage und wirken nach einem einfachen Prinzip: Das Pflaster hebt die Haut in der betroffenen Region wellenförmig an. Die so ausgelösten Hautreize stimulieren die Blut- und Lymphzirkulation im Gewebe, die Muskelspannung sinkt und der Schmerz lässt nach.

 

Kinesio-Taping unterscheidet sich grundsätzlich von anderen Methoden des Bandagierens und Verbindens. Das Tape ist auf Baumwollbasis gefertigt, innen ist eine Acrylbeschichtung angebracht. Es ist elastisch, ohne Arzneistoffe und erhält die vollständige Bewegungsfreiheit. Ein Kinesio-Taping-Verband wird auf die trockene und fettfreie Haut aufgeklebt, wo er 5 bis 14 Tage bleibt. Seine Wirkung beruht alleine auf der Anlagetechnik und ist sehr schonend. Man kann damit ohne Schwierigkeiten dem Beruf nachgehen, Sport treiben und auch duschen.

 

Anwendungsgebiete der Kinesio-Taping-Methode

Geburtshilfe

  • Lendenwirbelsäulen-Beschwerden
  • Iliosakralgelenk-Beschwerden (Kreuzbein-Steißbein)
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Verspannungen der Nackenmuskulatur
  • Unterstützung des Bauches
  • Symphysenlockerung (Schambeinlockerung)
  • Schwangerschaftserbrechen
  • Rückbildung und Rektusdiastase (Bauchmuskulatur)
  • Narbentape nach Kaiserschnitt
  • Unterstützung des Wochenflusses

  Gynäkologie

  • Menstruationsschmerzen
  • Gebärmuttersenkung
  • Narbentape nach Brustoperationen
  • Lymphödeme

Kosten

Die privaten Krankenversicherungen und die Berufsgenossenschaften übernehmen die Kosten für Kinesio-Taping.

Sprechen Sie uns gerne an.

Februar 2016 | Zika-Virus: Was Schwangere beachten sollten

Seit einigen Monaten grassiert das Zika-Virus, vor allem in Lateinamerika. Es gehört zur Familie der Flaviviren und wird in erster Linie durch Stechmücken wie die Ägyptische Tigermücke (Aedes aegypti) oder die asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) übertragen. Die Verbreitung von Mensch-zu-Mensch spielt offenbar keine wesentliche Rolle, auch wenn Einzelfälle sexueller Übertragung bekannt sind. Der Verlauf ist meist milde: Leichtes Fieber und Hautausschlag können auftreten, auch Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen oder eine Bindehautentzündung sind möglich. Manche merken die Infektion gar nicht.

 

Gefährlich ist das Virus allerdings für Föten. Das brasilianische Gesundheitsministerium hat seit dem vergangenen Jahr einen auffälligen Anstieg neurologischer Erkrankungen Neugeborener beobachtet, die mit einem Anstieg an Zika-Virus-Infektionen einhergingen. Inzwischen sind sich Experten immer sicherer, dass diese Infektion bei Föten Fehlbildungen des Gehirns (pränatale Mikrozephalie) verursacht – insbesondere, wenn sich die Mutter im ersten Schwangerschaftsdrittel infiziert hat. Betroffene Kinder werden mit einem besonders kleinen Kopf geboren. Geistige Behinderung und andere schwerwiegende neurologische Störungen können die Folgen sein.

 

WHO erklärt „Gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am 1. Februar die Zika-Epidemie zur „Gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite“ (public health emergency of international concern – PHEIC) erklärt. Sie befürchtet, dass sich das Virus in weiteren Ländern der Tropen und Subtropen ausbreitet, und hat betroffenen Staaten Empfehlungen zum Eindämmen des Ausbruchs gegeben. In Deutschland gibt es nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) bislang kein Risiko sich anzustecken. Die Gelbfiebermücke komme in Deutschland nicht vor, die asiatische Tigermücke nur vereinzelt in Süddeutschland. Zudem müsste sich eine Mücke erst einmal an einem Zika-Patienten infizieren, bevor sie das Virus weiterverbreiten könnte.

 

Schwangere sollten nicht in Länder mit Zika-Ausbrüchen reisen

Zurzeit gibt es weder eine Impfung gegen das Zika-Virus noch eine medikamentöse Prophylaxe, geschweige denn eine spezifische Therapie. Das Auswärtige Amt und die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin raten Schwangeren daher, möglichst nicht in Länder zu reisen, die von der Zika-Epidemie betroffen sind. Die Risiken frühkindlicher Fehlbildungen sind zu groß.

 

Wenn Schwangere und Frauen, die planen schwanger zu werden, eine solche Reise dennoch nicht vermeiden können, sollten sie Folgendes beachten:

  • Lassen Sie sich vor der Abreise von einem Tropen- oder Reisemediziner beraten, der die aktuelle epidemiologische Situation im Reiseland genau kennt.
  • Konsequenter Mückenschutz ist unabdingbar. Dazu gehören körperbedeckende, möglichst helle Kleidung, mehrmals täglich ein Mückenschutzmittel auf unbedeckte Hautflächen auftragen und das Schlafen unter einem imprägnierten Moskitonetz.
  • Weil eine sexuelle Übertragung des Virus nicht ausgeschlossen werden kann, ist es sinnvoll, dass Paare bis 28 Tage nach einer möglichen Exposition Kondome benutzen.

 

Die Pan American Health Organisation hat auf ihrer Webseite zusammengestellt, wo sich das Zika-Virus aktuell ausbreitet.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der Webseite des Robert-Koch-Instituts.

 

Dezember 2015 | Brauchen Frauen eine Sexpille?

Lust oder Unlust im Bett ist und bleibt eines der beliebtesten Themen des Menschen. Nachdem dem Manne schon seit 1998 mit Viagra geholfen werden kann – wobei die Wirkung des Stoffes Sildenafil als Potenzmittel nur zufällig auf der Suche nach einem Mittel gegen Bluthochdruck und Angina Pectoris entdeckt wurde – ist seit diesem Jahr auch eine „Sexpille“ für die Frau im Angebot. In den USA wurde nach einigen Anläufen mit dem Produkt „Addyi“ der Wirkstoff Flibanserin zugelassen. Und weil die kleinen Helfer in Rosa daherkommen, hatte die Öffentlichkeit rasch einen griffigen Namen auf Lager: Pink Viagra.

 

Wenn man sich allerdings die Wirkungsweisen der „beiden Viagras“ anschaut, stellt man rasch fest, dass sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Die blauen Trapeze wirken körperlich und sollen Männern helfen, die zwar Lust haben, aber nicht so können wie sie wollen. Addyi dagegen ist für Frauen gedacht, die vor der Menopause an sexueller Unlust leiden. Der Wirkstoff Flibanserin ist ein Psychopharmakon, das ursprünglich als Antidepressivum entwickelt wurde (als Sexpille also auch eine Zufallsentdeckung). Er beeinflusst im Gehirn die Botenstoffe Serotonin und Dopamin, wodurch insgesamt die sexuelle Lust steigen soll.

 

Wirkung und Nebenwirkungen

Nun wird ja kein Arzneimittel zugelassen, ohne dass der Hersteller in ausführlichen Studien dessen Wirksamkeit unter Beweis gestellt hätte. Mit Flibanserin tat sich zunächst Boehringer Ingelheim schwer. Die Ergebnisse von drei Untersuchungen an Frauen vor der Menopause, die an Libidoreduktion litten, überzeugten die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) nicht. Beohringer scheiterte 2009 und gab auf. 2011 kaufte Sprout Pharm Inc. (USA) das Produkt und war 2015 im dritten Anlauf endlich erfolgreich. Zuvor hatten untersuchte Frauen, die das Präparat einnahmen, mehr befriedigende Sexualkontakte als eine Placebo-Vergleichsgruppe in ein elektronisches Tagebuch eingetragen und darüber hinaus in Fragebogen von mehr Libido und weniger Stress berichtet.

 

Über Sinn und Unsinn der Sexpille für Frauen gibt es aber spätestens seit deren Zulassung Diskussionen. Umstritten ist einerseits die Effizienz von Addyi/Flibanserin: Denn die Frauen, die Flibanserin schluckten, hatten maximal einmal mehr Sex im Monat als Frauen, denen das Placebo verabreicht worden war. Die Nebenwirkungen sind erheblich: Versuchsteilnehmerinnen berichten von Benommenheit, Schwindel und Kreislaufproblemen. Besonders in Verbindung mit Alkohol kann es zu gefährlichen Blutdruckabfällen kommen.

 

Wem nutzt es?

Die Nebenwirkungen sind eine Sache. Der womöglich viel wichtigere Aspekt aber sind die Fragen: Ist sexuelle Unlust eine Krankheit, die behandelt werden und für deren Medikamente man Geld ausgeben muss? Und: Brauchen Frauen, die an Lustlosigkeit im Bett leiden, eher gute Gespräche als eine Pille? Es wird sich in den nächsten Monaten und vielleicht Jahren zeigen, wie groß der Bedarf und damit der Markt für die neue Sexpille ist, ob Frauen bereit sind, langfristig ein Psychopharmakon zur Luststeigerung einzunehmen, und wenn ja, wie sich dann das Verhältnis von Nutzen und Risiko entwickelt hat. Bis auf weiteres haben Frauen in Europa ohnehin nur Gelegenheit, in die USA zu schauen. Auf dem alten Kontinent ist Flibanserin nicht zugelassen.

Oktober 2015 | Neue Verhütungs-App Vergissmeinnicht

Moderne Medien machen auch vor der Empfängnisverhütung nicht halt – und das ist gut so! Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat in Zusammenarbeit mit pro familia und der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) die kostenlose und werbefreie App Vergissmeinnicht entwickelt. Sie ist tauglich für Android-Geräte und kann unter www.bzga.de/vergissmeinnicht oder im Google Playstore heruntergeladen werden. Auf der BZgA-Webseite gibt es darüber hinaus das Handywischtuch Klar sehen, das mit einem QR-Code für die Hilfsangebote im Pannenfall einer Verhütung versehen ist.

 

Was muss ich machen, wenn mit der Pille etwas schief gegangen ist? Brauche ich die Pille danach und wie und wo bekomme ich sie? „Regelmäßig die Pille einzunehmen klingt ganz selbstverständlich – ist aber gar nicht so einfach.“, schreibt die BZgA. „Die … App Vergissmeinnicht … erinnert rechtzeitig und diskret an die nächste Pilleneinnahme und informiert darüber, was bei einer Verhütungspanne zu tun ist.“

 

Einfach effektiv

Damit es erst gar nicht so weit kommt, funktioniert die App ganz einfach: Je nachdem, welches Pillenpräparat eine Frau nimmt, wählt Sie in den Einstellungen zwischen einer 21- oder einer 28-Tage-Pillenpackung. Dann muss sie nur noch mittels der Kalenderfunktion den aktuellen Zyklustag eingeben und die gewünschte Einnahmezeit einstellen. Das Memo von Vergissmeinnicht erinnert sie dann täglich zur eingegebenen Zeit an die Einnahme der Pille – und verschwindet erst wieder, wenn die Einnahme bestätigt wurde.

 

Über die Kalenderfunktion wird die Nutzerin außerdem über die Anzahl der im Zyklus bereits eingenommenen und die noch ausstehenden Pillen einer Packung informiert. So gibt Vergissmeinnicht jederzeit einen Überblick, an welchem Zyklustag die Frau sich aktuell befindet.

August 2015 | Es gibt keine Wunderpille zur Gewichtsabnahme

Im mittleren Lebensalter nehmen Frauen im Durchschnitt etwa 0,5 kg pro Jahr zu. Viele Frauen möchten dies rund um die Menopause und danach verhindern oder rückgängig machen. Eine britische Studie ist der Frage nachgegangen, ob und wie dem Abnehmen mit Medikamenten nachgeholfen werden kann, ob es sozusagen eine Pille zum Abnehmen gibt, die die üblichen Methoden ergänzt oder gar überflüssig macht.

 

Herausgekommen ist Folgendes: Medikamente können möglicherweise das Abnehmen zeitlich beschränkt unterstützen, taugen aber in keiner Weise als Ersatz für eine angemessene Ernährung und die sinnvolle Menge an Bewegung pro Woche. Genauer gesagt: Das Umstellen des Lebensstils trägt viel mehr zum Abnehmen bei und ist zum Reduzieren des Körpergewichts viel effektiver als die Einnahme von Medikamenten. Und: Besser Essen und mehr körperliche Aktivität sind gesünder als Pillen.

 

Ursache und Wirkung

An der Studie nahmen insgesamt 117 übergewichtige Frauen mit normalen Blutzuckerwerten im Alter von 35 bis 65 Jahren (Durchschnittsalter 53 Jahre), einem Body Mass Index (BMI) zwischen 30 und 40 und/oder einem Bauchumfang größer als 88 cm teil. Die Probandinnen wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhielt über 26 Wochen zweimal täglich 850 mg Metformin, die zweite ein Plazebo. Aus insgesamt 100 Datensätzen wurde der Wirksamkeitsvergleich errechnet.

 

Die mit Metformin behandelten Frauen wiesen am Therapieende eine signifikant niedrigere Insulinresistenz und einen signifikant niedrigeren BMI auf als die Plazebogruppe. Die durchschnittliche Gewichtsabnahme betrug 2,54 kg. Die Autoren der Studie kommen daraufhin zum Schluss, dass die Gabe von 1700 mg Metformin am Tag bei übergewichtigen Nicht-Diabetikerinnen die Insulinresistenz und das Körpergewicht senkt.

 

Auf die Einordnung kommt es an

Metformin ist für die Therapie des Diabetes mellitus Typ 2 zugelassen, reduziert bei übergewichtigen Nicht-Diabetikern aber auch etwas das Gewicht. Allerdings hatte sich schon 2002 im britischen Diabetes Prevention Program herausgestellt, dass eine Änderung des Lebensstils (150 Minuten Bewegung pro Woche) mit einer mittleren Gewichtsreduktion von 5,6 kg deutlich erfolgreicher war als die Gabe von Metformin (2,1 kg) oder die eines Plazebos (0,1 kg). Zudem verringert die Änderung des Lebensstils gegenüber Metformin signifikant das Risiko für Diabetes mellitus Typ 2.

 

Der aktuellen Studie fehlt das Erfassen relevanter Einflussfaktoren auf das Gewicht wie Ernährung und Bewegung, sodass die Bedeutung des Lebensstils und dessen Modifikationen unberücksichtigt blieben. Außerdem macht sie kaum Aussagen darüber, wie gut sich die Probandinnen an die Vorgaben gehalten haben. Das bedeutet für die Praxis: Zur erfolgreichen Gewichtsreduktion führt kein Weg an guter Ernährung und ausreichend Bewegung vorbei! Möglicherweise kann eine zeitlich begrenzte (z. B. 6 Monate) Gabe von Metformin diesen Prozess unterstützen und zum Durchhalten beitragen.

Juni 2015 | Schadet Koffein dem Baby?

Deutschland einig Kaffeeland. Im weltweiten Vergleich der passionierten Kaffeetrinker belegten die Deutschen im Jahr 2013 mit durchschnittlich rund 1,2 Tassen Kaffee am Tag den 5. Platz. Natürlich wollen auch viele Schwangere nicht auf ihren Kaffee oder Tee zum Frühstück oder am Nachmittag verzichten und fragen sich, ob sie damit dem Baby schaden oder ob Kaffee bis zu einem gewissen Grad unbedenklich ist.

 

Zunächst die gute Nachricht: Es ist nicht notwendig, während der Schwangerschaft ganz auf Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke zu verzichten. Bis zu drei Tassen am Tag erklärt das Netzwerk „Gesund ins Leben“, eine IN-FORM-Initiative des Bundesernährungsministeriums, für unbedenklich und beruft sich dabei auf Studienergebnisse aus dem Jahr 2009, die für diese Menge eine negative Wirkung auf Schwangerschaftsdauer und Geburtsgewicht ausschlossen.

 

Zurückhaltend genießen

Koffein ist eine natürliche organische Verbindung, die u. a. in Kaffeebohnen, Kakaobohnen und in Teeblättern (schwarzer und grüner Tee) enthalten ist. Die höhere Konzentration gibt es im Kaffee, dafür setzt seine Wirkung im Tee später ein und hält länger. Koffein wirkt beim Ungeborenen ähnlich wie bei der Mutter. Seine Konzentration ist im Blutplasma des Fetus genauso hoch wie bei der Mutter; beiden beschleunigt es den Herzschlag und regt das Nervensystem an.

 

Bemerkenswert: Der Koffeinspiegel des Fetus bleibt länger erhöht als der der Mutter, da sein Organismus die Substanz langsamer abbaut. Schon deshalb ist Zurückhaltung in Sachen Koffein ein guter Ratgeber. Aufgrund der wenigen verfügbaren Studien sind präzise Mengenangaben zum sicheren Kaffee-/Teekonsum schwierig. Grundsätzlich aber gilt: Schwangere sollten koffeinhaltige Getränke nur in moderaten Mengen trinken. Bis zu drei Tassen (à 150 ml) Kaffee oder etwa drei bis vier Tassen (à 150 ml) schwarzer oder grüner Tee sind unproblematisch.

 

Keine Getränke mit Koffeinzusatz

Bedenken gegenüber Kaffee und Tee, sie wären „Flüssigkeitsräuber“, wurden durch die Ergebnisse neuerer Studien aus dem Weg geräumt. Bedenken gegenüber koffeinhaltigen Softdrinks bestehen aber weiter und führen zu der klaren Empfehlung, darauf zumindest in der Schwangerschaft zu verzichten. Das betrifft einerseits Cola-Getränke, deren Zuckergehalt ungeeignet hoch ist. Andererseits enthalten sogenannte Energydrinks, neben Koffein, oft in hohen Konzentrationen Stoffe wie Taurin, Inosit und Glucuronolacton, die in der Vergangenheit mit Herzrhythmusstörungen, Krampfanfällen und Nierenversagen in Verbindung gebracht wurden.

April 2015 | Achtung vor Renovierungsarbeiten in der Schwangerschaft

Unter „Wheezing“ versteht man ein hohes Pfeifgeräusch während des Ausatmens, verbunden mit Atemnot, das häufig in Verbindung mit Asthma auftritt. Ein Team der Uni Leipzig rund um den Umweltmediziner Ulrich Franck hat nun ein deutlich erhöhtes Risiko für späteres Wheezing bei Kindern gefunden, wenn in der Zeit der Schwangerschaft in der Wohnung neue Böden verlegt wurden.

 

Die Daten stammen aus der LiNA-Studie zu Lebensstil und Umweltfaktoren und deren Einfluss auf das Neugeborenen-Allergierisiko. 465 Mutter-Kind-Paare wurden ausgewertet; 68 % der Familien hatten während der Schwangerschaft ihre Wohnung umgestaltet.

 

Ein klarer Zusammenhang

Die Auswertung ergab einen klaren Zusammenhang zwischen einem neuen Bodenbelag (in erster Linie Teppich und Teppichboden, aber auch Laminat und PVC) und späteren Asthma-Symptomen  – allerdings nur dann, wenn das Verlegen vor der Geburt stattgefunden hatte! Dann lag die Wahrscheinlichkeitsrate für behandlungsbedürftiges Wheezing im ersten Lebensjahr bei 5,20. War Kleber verwendet worden, stieg die Rate auf 7,05. Entwarnung gibt es für die Zeit nach der Geburt: Wurde dann renoviert, stellte man keinen signifikanten Zusammenhang mit Wheezing mehr fest.

 

Aus den Materialien austretende flüchtige organische Verbindungen verursachen nach Vermutung der Forscher die Symptome. Sechs davon waren in den Haushalten mit neuen Böden in deutlich erhöhten Konzentrationen gefunden worden: Styrol, Isopropylbenzol, Ehtylbenzol, Decan, Undecan und Tridecan.

 

„Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse empfehlen wir Schwangeren und deren Familien anstehende Renovierungsarbeiten, vor allem das Verlegen neuer Fußböden, auf die Zeit nach der Geburt zu verschieben“, sprechen sich Dr. med. Susanne Helling und Dr. med. Angela Imhof für das Setzen von Prioritäten aus. „Die Gesundheit des Kindes ist einfach wichtiger.“

Januar 2015 | HPV-Impfung nützt und schadet nicht

Die gute Nachricht vorab: Nach jahrelangen Bedenken von Mädchen, jungen Frauen und ihren Eltern, HPV-Impfungen zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs könnten Multiple Sklerose auslösen, geben nun gleich zwei große Studien Grund zur Entwarnung.

 

Schon bald, nachdem im Jahr 2006 der Impfstoff gegen HPV zugelassen worden war, gab es in kurzem zeitlichem Abstand mehrere Fallberichte über MS-Erkrankungen. „Ob es sich dabei schlicht um Zufälle handelte, war unklar. Zahlreiche Medienberichte führten aber zur Verunsicherung: Neu erkrankte MS-Patienten vermuteten einen Zusammenhang mit ihrer Impfung, und viele junge Frauen oder deren Eltern fragen seitdem nach der Sicherheit der Impfung“, beschreibt Professor Heinz Wiendl von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und Direktor der Klinik für Allgemeine Neurologie der Universität Münster die Erfahrungen auch aus seiner Klinik.

 

Inzwischen haben gleich zwei seriöse Studien kurz nacheinander bestätigt: Reihenimpfungen zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs erhöhen nicht das Risiko für Multiple Sklerose (MS) oder ähnliche Nervenkrankheiten. „Wir Neurologen können Mädchen und jungen Frauen eine Impfung gegen das menschliche Papilloma-Virus HPV guten Gewissens empfehlen, denn der Schutz vor Gebärmutterhalskrebs wird nicht durch Erkrankungsrisiken des Nervensystems erkauft“, erklärt Professor Wiendl.

 

Andere Methode, gleiches Ergebnis

Zum im Wesentlichen gleichen Ergebnis kommt eine Studie, die in Südkalifornien mit einer anderen Methode nach einem möglichen Zusammenhang von MS mit verschiedenen Impfungen gesucht hat. Auch dieser Vergleich fand keinen Zusammenhang zwischen einer Impfung gegen HPV oder Impfungen allgemein mit dem Risiko, binnen drei Jahren danach eine demyelinisierende Krankheit zu erleiden.

 

„Wir haben bereits vor einem Jahr in dieser Rubrik darauf hingewiesen, dass eine HPV-Impfung das Risiko für Gebärmutterhalskrebs erheblich senken kann“, stellen Dr. med. Susanne Helling und Dr. med. Angela Imhof fest. „Nun ist auch klar, dass die von uns angebotenen Impfungen nur nützen und nicht schaden. Mädchen und junge Frauen können sich also in unserer Praxis bedenkenlos gegen HPV impfen lassen und so wirksam gegen Humane Papillomviren schützen.“ 

 

September 2014 | Abnehmen gegen Krebs

Krebszellen können sich in ihrem Wachstum Entzündungsreaktionen des Körpers zu Nutze machen, die normalerweise der Wundheilung dienen. Deshalb wird die traditionelle Chemotherapie schon heute von Entzündungshemmern ergänzt, die Tumoren oder Krebsvorstufen an der Schwelle zur Bösartigkeit stoppen.

 

Unterdessen haben neue Untersuchungen ergeben, dass es eine Methode zum Eindämmen dieser krebsfördernden Entzündungen gibt, die auf Medikamente ganz verzichtet: Abnehmen!

 

Gemeinsam mit amerikanischen Kollegen untersuchte Prof. Cornelia Ulrich, Leiterin der Abteilung Präventive Onkologie des Deutschen Krebsforschungszentrum und Direktorin des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen, ein Jahr lang, ob insgesamt 439 übergewichtige Frauen mit Diät, mit Diät und Sport oder mit Sport allein dem für Krebs risikoreichen Entzündungszustand entgegenwirken können. 

 

Das beeindruckende Ergebnis: Bereits moderates Abnehmen von 5 bis 10 Prozent des Körpergewichts hemmt krebsfördernde Faktoren im Körper erheblich. Man kann also sagen, Abnehmen ist ein Verlust, der sich lohnt.  Weitere Infos >

 

Juni 2014 | Hebammensprechstunde

Veränderungen in der Hebammensprechstunde: Katrin Stein wird zum 30.6. ihre Tätigkeit in der Praxis beenden. Dr. med. Susanne Helling und Dr. med. Angela Imhof bedanken sich bei ihr sehr herzlich für die vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit.

 

Hebamme Natascha Seyfert legt in der Hebammensprechstunde bis zum Ende des Jahres eine Pause ein und kehrt im Januar 2015 zurück.

 

Unsere Mitarbeiterin Carolina Espinoza, als Hebamme und Krankenschwester in Chile ausgebildet, beantwortet neben den Ärztinnen als Ansprechpartnerin rund um die Schwangerschaft spezielle Fragen zur Schwangerenvorsorge. Weitere Infos >

 

April 2014 | Keuchhusten-Impfung schützt Säuglinge

 

Viel zu wenige Menschen in Deutschland sind ausreichend gegen Keuchhusten geimpft. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) hat ermittelt, dass nur einer von 20 Erwachsenen geschützt ist. Nicht geimpft sind damit auch viele, die Säuglinge anstecken könnten, und Frauen im gebärfähigen Alter.

 

Um diesen Missstand zu beheben schlägt die DGIM vor, kombiniert mit der Impfung gegen Tetanus und Diphterie auch gegen Pertussis zu impfen, was aber nach aktuellen Erkenntnissen kaum geschieht. Das Robert-Koch-Institut stellte in zwei Umfragen fest, dass nur 5,9 % der Erwachsenen in den vergangenen zehn Jahren angaben, gegen Keuchhusten geimpft worden zu sein. Und selbst in den Risikogruppen – Menschen mit Kontakt zu Kindern unter einem Jahr und zu gebärfähigen Frauen – waren es nur 10,7 %.

 

Zur Vorbeugung gegen Keuchhusten gibt es eine wirksame und gut verträgliche Impfung. Erwachsene, denen die Grundimmunisierung fehlt, sollten sich einmalig gegen Keuchhusten impfen lassen. Insbesondere Frauen mit Kinderwunsch empfehlen wir eine Impfung vor der Schwangerschaft. Besteht bereits eine Schwangerschaft, sollte sich die Mutter so bald wie möglich nach der Geburt impfen lassen. Und zum Gewährleisten umfänglicher Sicherheit gehört dann auch das Aktualisieren des Impfstatus aller Haushaltsangehörigen, insbesondere des Partners dazu.

 

In der Praxis von Dr. med. Susanne Helling und Dr. med. Angela Imhof können Sie sich gegen Keuchhusten impfen lassen und so Ihr Kind wirksam schützen.

 

Januar 2014 | HPV-Impfung schützt effektiv

Humane Papillomviren, kurz HP-Viren oder HPV genannt, sind weit verbreitet und viele Menschen stecken sich im Laufe des Lebens damit an. Manche HP-Viren (Typen 6 und 11) können harmlose Warzen verursachen, einige erhöhen das Risiko für Gebärmutterhalskrebs (Typen 16 und 18). Nach Schätzungen sind die HPV-Typen 16 und 18 weltweit an der Entstehung von 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs beteiligt.

Ein in Australien im Jahr 2007 aufgelegtes nationales Impfprogramm mit einem Vierfachwirkstoff gegen die genannten HPV-Typen hat sich als sehr effektiv herausgestellt: Im Untersuchungszeitraum bis 2011 nahm die Häufigkeit von Genitalwarzen je nach Altersstufe zwischen 72 und 92 % ab. Bei Frauen unter 21 Jahren fand man im letzten Jahr keine einzige Genitalwarze mehr!

Das lässt darauf schließen, dass eine HPV-Impfung das Risiko für Gebärmutterhalskrebs erheblich senken kann.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt allen Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren eine Impfung gegen HPV. Um zu verhindern, dass sich junge Frauen mit HPV infizieren, sollte die Impfung möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr stattfinden. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Impfung von 12- bis 17-jährigen Mädchen. Sie ist aber auch für jüngere Mädchen oder über 17-jährige erhältlich.

In der Praxis von Dr. med. Susanne Hellung und Dr. med. Angela Imhof können sich Mädchen und junge Frauen gegen HPV impfen lassen und so wirksam gegen Humane Papillomviren schützen.

 

August 2013 | Erweiterte Basis-Ultraschalluntersuchung

Während einer unkomplizierten Schwangerschaft haben gesetzlich Krankenversicherte Anspruch auf drei Basis-Ultraschalluntersuchungen: in der 9. bis 12., der 19. bis 22. und der 29. bis 32. Schwangerschaftswoche.

Im Rahmen der zweiten Basis-Ultraschalluntersuchung können Schwangere zwischen einer regulären und einer erweiterten Basis-Ultraschalluntersuchung wählen, dem sogenannten 2b-Screening.

Wenn Sie sich für einen erweiterten Basis-Ultraschall entscheiden, werden zusätzlich folgende Körperteile Ihres sich entwickelnden Kindes genauer untersucht:

  • Kopf: Sind Kopf und Hirnkammern normal geformt? Ist das Kleinhirn sichtbar?
  • Hals und Rücken: Sind sie gut entwickelt?
  • Brustkorb: Wie ist das Größenverhältnis von Herz und Brustkorb? Ist das Herz auf der linken Seite sichtbar? Schlägt das Herz rhythmisch? Sind die vier Kammern des Herzens ausgebildet?
  • Rumpf: Ist die vordere Bauchwand geschlossen? Sind Magen und Harnblase zu sehen?

Dr. med. Susanne Helling und Dr. med. Angela Imhof haben die notwendigen Wissenprüfungen absolviert und führen das 2b-Screening zum Wohle Ihres Kindes durch.

Weitere Informationen zum Thema Basis-Ultraschalluntersuchungen finden Sie in diesem Merkblatt (PDF) des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).